Zarische Truppen, Krasnaja Poljana, 21.5.1864

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Freitag, 23. August 2013

Ungleichbehandlung tscherkessischer Belange durch Abgeordnetenwatch?

Da auch nach Abgleich mit den Anfragen anderer Nutzer von Abgeordetenwatch einige bedeutende Unklarheiten nicht ausgeräumt werden konnten, habe ich soeben die Moderatoren mit untenstehender email um Klärung gebeten:

"Sehr geehrte Frau Gärtner,

Ich habe mittlerweile sorgfältig die Anfragen anderer Forumsbenutzer studiert und zum Vergleich Anfragen zur  türkisch-armenischen Problematik und zur Kolonialgeschichte Namibias herangezogen. Auch hier habe ich jedoch keine entsprechende Vorlage für Literaturhinweise und Quellenbelege gefunden. 

So wird z.B.jeweils ohne Anführen von Quellen und Belegen in der Anfrage von Erkan Dinar vom 16.12.2012 die unverzügliche Anerkennung des "Völkermords an den Armeniern" verlangt (http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_beate_merk-512-19193--f361683.html#q361683),
oder auch von Alfred Kerger am 6.4.2012 die Errichtung eines Denkmals zur "Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern" angeregt (http://www.abgeordnetenwatch.de/bernhard_von_gruenberg-231-40050--f333352.html#q333352)
und von Toros Sarian am 16.12.2010 bei einem Abgeordneten angefragt, ob dieser den "Völkermord an den Armeniern" anerkenne (http://www.abgeordnetenwatch.de/mehmet_yildiz-131-16045--f272819.html#q272819). 
Auch der Genozid an den Herero und Nama wird bei Anfragen in vergleichbarer Form thematisiert, ohne Nennen von Belegen, siehe z.B. die Anfrage von Karlheinz Lutz vom 13.6.2007 (http://www.abgeordnetenwatch.de/juergen_trittin-650-5575--f65093.html#q65093).

Sie schreiben explizit, daß es "(a)uch bei allgemein bekannten Angelegenheiten" wichtig sei, "die Quellen im Fragetext anzugeben". Demzufolge dürfte es Ihnen also nicht um den geringen Bekanntheitsgrad der Kolonialverbrechen an den Tscherkessen gehen, auf den hinzuweisen ja gerade mein Ziel war. Auch habe ich im Gegensatz zu meinen Vorkommentatoren ganz bewußt so formuliert, daß diese Kolonialverbrechen als Völkermord gewertet werden können -im Gegensatz zu müssen. Denkbar ist etwa auch die Bezeichnung "ethnische Säuberungen" oder "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", ohne daß hier per se von Geschichtsapologetik auszugehen wäre. Wichtig wäre mir persönlich zunächst, daß überhaupt über dieses Thema diskutiert werden kann und es nicht länger verschwiegen wird. Dementsprechend  bin ich einigermaßen erstaunt über die Ungleichbehandlung meiner Anfrage durch Sie und möchte Sie um eine Begründung bitten.

Auch würde ich mich gerne noch einmal vergewissern, welche Art Webseiten in über Ihre Seite gestellten Anfragen verlinkt werden dürfen, ohne daß dies als "Werbung" gewertet wird. Dürfen grundsätzlich nur eigene Seiten nicht verlinkt werden? Darf ich, da Sie ja explizit auf Quellenbelegen dringen, etwa neben russisch- und englischsprachigen Publikationen von Kollegen auch auf eigene Publikationen hinweisen? Ist der Verweis auf NGO-Webseiten, zumal, wenn ich mit deren Betreibern in Kontakt stehe, erlaubt?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,
                                                  Irma Kreiten"

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